In der letzten Zeit wurde ein Leonberger Welpe, der als vierbeiniger Repräsentant oder als Maskottchen für die Stadt dienen soll, in der LKZ, in Facebook und auch jetzt im Rundfunk thematisiert. Ende letzten Jahres hat ein Leonberger Hund das Licht der Welt erblickt.

Leonberger Hund, Welpe

Die Leonberger Kreiszeitung hat nicht nur über die Geburt, sondern auch über die Entwicklung des Welpen ausführlich berichtet. Die Leonberger wurden aufgerufen, sich einen Namen für den Welpen auszudenken. Das Ergebnis dieser Namenssuche war Adele. Ich fand das schön. Endlich gab es auch einmal etwas Positives zu lesen.

Nun ist man (wer diese Idee hatte weiß ich nicht) auf die Idee gekommen, diesen jungen Hund als Botschafter oder als Maskottchen für diese Stadt „einzusetzen“. So sucht man eine Familie, die diesem Welpen nach der Entwöhnung von seiner Mutter ein artgerechtes Zuhause bietet und „Repräsentationsaufgaben“ für die Stadt übernimmt. Dafür sollen sie auch von der Stadt mit einem monatlichen Betrag belohnt werden.

Ich frage mich, was soll das? Wir haben hier in Leonberg eine sehr aktive Ortsgruppe des Deutschen Clubs für Leonberger Hunde (DCL). Eine stattliche Anzahl ihrer Mitglieder machen mit ihren Hunden bei vielen Veranstaltungen in Leonberg mit. Sie laufen bei Stadtführungen mit; sie waren regelmäßig bei der „Langen Kunstnacht“ dabei, sie haben das Straßenfest im Ramtel regelmäßig besucht, sie waren bei der Partnerstadt in Belfort zu Gast, und sie sind beim Pferdemarkt aktiv dabei. Also, wozu brauchen wir einen Leonberger Hund als Maskottchen?

Es wäre besser, die Stadtverwaltung und auch die diversen Vereine in Leonberg würden die Ortsgruppe des DCL zu ihren Festen oder Veranstaltungen einladen. Sie hat eine sehr aktive und kooperative Trainerin, Frau Hess. Im Namen der Bürgergemeinschaft Leonberg-Ramtel lade ich sie jedesmal zum Straßenfest ins Ramtel ein. Frau Hess kommt immer mit einer stattlichen Anzahl von Hunden und ihren Begleitern. Die Hunde sind immer eine große Attraktion und erfreuen die Besucher.

Der Besuch eines Leonberger Hund in Schulen ist nur sinnvoll, wenn die Kinder auch lernen, wie man sich einem Hund gegenüber nähert. Das lernen sie, wenn bereits geschulte, erwachsene Hunde vorgestellt werden und eine sachkundige Person, am besten die Trainerin der Hunde (Frau Hess) über das Verhalten und Denken eines Hundes berichtet.

Für mich macht diese ganze Aktion einen sehr unüberlegten Eindruck. Leonberg braucht kein „Maskottchen“. Es ist viel wichtiger, zu zeigen, dass der „Geburtsort“ des Leonberger Hundes noch immer ein Ort ist, in dem man sich um die artgerechte Haltung, die fachmännischen Erziehung, und die verantwortungsvolle Züchtung kümmert. Und das macht die Ortsgruppe des DCL sehr gut.
Wer sich für Leonberger Hunde interessiert, sollte sich das Training der Hunde auf dem Clubgelände des DCL ansehen.